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FINAL

Fette und Öle sind anfällig gegenüber Oxidation, wodurch die Lebensmittelqualität und -sensorik verschlechtert wird. Gerade Wurstwaren sind empfindlich gegenüber Fettoxidation, weshalb Antioxidantien als Zusatzstoffe eingesetzt werden. Weit verbreitet sind synthetische Antioxidantien, die mit E-Nummer deklariert werden müssen und aufgrund gesundheits­schädigender Nebeneffekte in der Diskussion stehen. Pflanzenextrakte bieten eine gute Alternative, da sie ein hohes antioxidatives Potential aufweisen und als „Gewürzextrakte“ eingesetzt werden können und somit nicht einer Deklarationspflicht als E-Nummer unterliegen. Bisher gibt es nur wenige Pflanzenextrakte (z.B. Rosmarin), die zudem starke sensorische Eigenattribute aufweisen und sich nicht für alle Anwendungen eignen. Die Fleischwarenindustrie hat besonderes Interesse an weiteren funktionellen pflanzlichen Gewürzextrakten mit anderen bzw. geringeren sensorischen Attributen. Olivenblätter werden seit der Antike zur Herstellung von Tees und Gewürzen verwendet. In dem vom Bundesministerium für Wirtschaft innerhalb des ZIM-Programms geförderten Projektes wollen die Projektpartner N-Zyme BioTec und FH Institut Verfahrenstechnik und Verpackung (IVV) sensorisch ansprechende funktionelle „Olivenblatt-Gewürzextrakte“ mit sekundären antioxidativen Eigenschaften für Wurstwaren entwickelt werden.

OleoCell

In besonders hochwertigen Olivenölen können unterschiedliche phenolische Verbindungen mit pharmakologischen und gesundheitsförderlichen Effekten enthalten sein, deren qualitative und quantitative Zusammensetzung jedoch von einer Vielzahl von Faktoren abhängig ist. Die industrielle Gewinnung bestimmter Polyphenole erweist sich jedoch als schwierig.

Innerhalb eines Kooperationsprojektes mit der TU Darmstadt, AG Plant Biotechnology und Metabolic Engineering von Professor Heribert Warzecha, soll die Machbarkeit der Verwendung von pflanzlichen Olivenzellkulturen zur Lösung des genannten Problems untersucht werden. Im Projektvorhaben, welches von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt gefördert wird, sollen erstmalig von verschiedenen Olivensorten Zellkulturen angelegt und mittels molekularbiologischer Methoden hinsichtlich spezifischer Anreicherung von Metaboliten optimiert werden. Anschließend sollen durch selektive enzymatische Biotransformation aus den Vorläufermolekülen, die gewünschten Zielmoleküle im Labormaßstab hergestellt und mittels moderner DSP-Methoden aufgereinigt werden.

NeurOliv

Ein hessischer Verbund von Forschern der Frankfurter Goethe-Universität, der TU Darmstadt und N-Zyme BioTec GmbH möchte herausfinden, welche Inhaltsstoffe der Olive besonders geeignet sind, möglicherweise altersbedingte Demenz vorzubeugen. Das von N-Zyme BioTec initiierte und auf drei Jahre angelegte Projekt „NeurOliv“ hat ein Projektvolumen von 1,3 Millionen Euro und wird im Rahmen der High-Tech Initiative KMU-innovativ Biochance vom Bundesministerium für Forschung und Bildung gefördert.

Ziel ist es, auf Basis von Olivenstoffen neue funktionelle Lebensmittel für die alternde Gesellschaft zu entwickeln, die vor der Alzheimerkrankheit präventiv schützen. Das Team um Prof. Heribert Warzecha am Fachbereich Biologie der TU Darmstadt befasst sich mit der Entwicklung neuer biotechnologischer Verfahren, um die spezifischen Pflanzenstoffe zu gewinnen. Die Arbeitsgruppe „nutritional-neuroscience“ von Prof. Dr. Gunter Eckert wird die Wirksamkeit biotechnologisch hergestellter Oliven-Inhaltsstoffes testen. Dabei werden zunächst die Olivenstoffe in hoher Reinheit in Zellkulturmodellen getestet, wobei vor allem Veränderungen in den Kraftwerken der Nervenzellen (Mitochondrien), die sich bei der Alzheimer-Krankheit schon früh verändern, untersucht werden. Die aktivsten Verbindungen sollen dann in einem Mausmodell der Krankheit zeigen, dass sie die Gehirnfunktion verbessern können.

Waste2Value

Das Kooperationsnetzwerk „Waste2Value“ ist ein Nährboden für innovative Wertschöpfungsprozesse. In mehreren F&E-Projekten arbeiten kleinere Unternehmen, Großindustrie und Forschungsinstitute zusammen, um aus Reststoff- und Abfallströmen hochwertige Spezial- und Basischemikalien zu gewinnen und diese in neue Endprodukte umzusetzen. Die Netzwerk-Mitglieder bringen dabei Expertise aus verschiedenen Branchen und Bereichen mit und decken die gesamte Wertschöpfungskette ab – von der Forschung und Entwicklung über die Herstellung bis hin zur Vermarktung. Durch „Waste2Value“ sollen herkömmliche erdölbasierte Produkte durch biobasierte Produkte ersetzt werden; der Ansatz schont Ressourcen und die Konkurrenz zu Nahrungs- und Futtermitteln wird vermieden. Darüber hinaus entstehen innovative Produkte mit neuen Eigenschaften wie z.B. neue Duft-, Aroma-, und Farbstoffe. Das Netzwerk „Waste2Value“ wird vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie im Rahmen des ZIM-Programms gefördert.